Einer der längsten Flüge, den man innerhalb der Erdatmosphäre tätigen kann, ist der von Mitteleuropa nach Australien, weil sich die beiden Orte auf der Erdkugel ziemlich genau gegenüber liegen, weshalb man Australien auch Down Under nennt. Der Flug von Zürich nach Melbourne ist inklusive umsteigen etwa 24 Stunden lang und durch den Unterschied der Zeitzonen, in der Abflug- und Ankunftsort liegen, mit einer Nebenerscheinung verbunden, die man Jet Lag nennt.
Der Jet Lag ist eine Stresserscheinung des Körpers, der sich darüber wundert, dass plötzlich Tag ist, wenn es eigentlich Nacht sein sollte, oder umgekehrt. Mildern kann man ihn mit einem Zwischenhalt, den die Reiseveranstalter elegant „stop over“ nennen. Da wir Thai Airways gebucht hatten, kam für uns Bangkok, Ort der einzigen Zwischenlandung, in Frage.
Wir landeten am Morgen auf dem Suvarnabhumi Airport in Bangkok und liessen uns von einer Taxe zum Hotel, dem Amari Atrium fahren, das noch ziemlich neu und etwas weit entfernt vom eigentlichen Stadtzentrum, an der New Petchburi Road liegt. Der Vorteil seiner Lage war, dass das Taxi vom Flugplatz nur etwa eine Stunde brauchte und eine Station der Subway, nämlich M8 oder Phetchaburi Station, in der Nähe des Hotels liegt, mit der man wiederum in etwa einer Stunde mitten in der City sein kann.
Sie merken schon, Bangkok ist ziemlich gross.
Bevor wir uns auf den Weg in die City machten, legten wir uns allerdings erst mal eine Stunde hin, machten dabei aber nicht den Fehler, vor lauter Müdigkeit den ganzen Tag zu verschlafen, obwohl das riesige Bett, ein wahres Himmelbett, gut und gerne dazu eingeladen hätte.
Unser Zimmer lag im zehnten Stockwerk, war gross und fast ein bisschen luxuriös, obwohl ich mich in meiner Sturheit noch immer nicht damit abfinden kann, dass Fenster nicht zum öffnen da sind und die frische Luft aus einem Loch in der Decke kommt, auch wenn sie dies auf diskrete und angenehme Weise tut.
Als wir nach einer kurzen Erholungspause vom pompösen Eingang des Amari Atrium auf die New Petchburi Road hinaus traten, wo permanenter Autoverkehr mehrspurig in beiden Richtungen an uns vorbei rauschte, bekamen wir visuell, akustisch und geruchlich einen ersten Eindruck von dieser 12 Millionen Stadt. Davon hatten wir in der Abgeschiedenheit unseres Hotelzimmers, das nach hinten hinaus lag, auf einen Kanal, auf dem allenfalls hin und wieder ein „longtailboat“ vorbei rauschte, nicht viel mitbekommen, ausser dem Blick auf eine gemischte Skyline von modernen Hochhäusern, und alten, niedrigen Holz- und Steinhäusern, die offensichtlich dem baldigen Abbruch zu Gunsten weiterer Hochhäuser geweiht waren.
Wir erreichten die Subwaystation M8 zu Fuss in etwa 15 Minuten, was schon mal eine bemerkenswerte Leistung war, nach einer Nacht im Flugzeug und einem Klimawandel vom europäischen Winter in die südostasiatische Tropenschwüle.
Am Eingang zur Station wurden wir von einem Wachmann gefilzt, was leider zur heutigen Zeit gehört.
Danach durften wir die modernen, kühlen Beton-Katakomben der Phetchaburi Station betreten und uns ein Ticket für die Subway kaufen.
Das System der Ticketkontrolle ist beeindruckend. Man kauft sich einen Chip für die gewünschte Zielstation, scant ihn am automatischen Drehgate der Startstation, worauf sich dieses öffnet, sofern der Chip gültig ist, und wiederholt dasselbe Prozedere an der Zielstation, worauf man aus dieser auf die Strassen Bangkoks entlassen wird, sofern man am richtigen Ort ausgestiegen ist, was in unserem Falle nicht immer gegeben war, weshalb wir gelegentlich die Hilfe von Subway Angestellten beanspruchen mussten, die man uns jedoch immer sehr zuvorkommend angedeihen liess.
Um unseren Zielort Saphan Taksin am grossen Fluss, dem Chao Phraya River zu erreichen, hatten wir an einer Station namens Si Lom auf einen Zug der Skyway umsteigen müssen, der im Gegensatz zu den Zügen der Subway, die sich hauptsächlich unterirdisch fortbewegen, auf einem Schienenstrang hoch über den Strassen fahren.
Bangkok heisst laut Wikipedia wörtlich übersetzt „Dorf im Pflaumenhain“.
Das mag einst, vor vielen Jahrzehnten oder Jahrhunderten, eine berechtigte Bezeichnung gewesen sein. Heute ist davon nicht mehr viel geblieben. Ausser vielleicht in den herrlichen Parkanlagen oder eben am Fluss, dem Chao Phraya River, der sich in beeindruckender Breite durch Bangkok windet und damit neben Subway und Skyway eine der wichtigsten und schnellsten Verkehrsadern der Stadt darstellt, an der zudem mehrere wichtige Sehenswürdigkeiten liegen.
Von unserer Zielstation Saphan Taksin waren es noch ein paar Schritte zum Central Pier, wo Fähren und Touristenboote Flussauf- und abwärts an- und ablegen. Daneben kann man eines der berühmten Longtailboote mieten, was ich allerdings nur eingefleischten Formel-1-Fan empfehlen möchte, weil diese Boote beinahe ausschliesslich aus einem riesigen PKW- oder LKW-Motor mit einer am Ende einer langen Welle befestigten Schraube zu bestehen scheinen und mit atemberaubender Geschwindigkeit und ohrenbetäubendem Lärm über den Fluss und durch die Kanäle rasen, sodass man die durchaus meist malerische Uferszenerie, wenn überhaupt, allenfalls im Zeitraffertempo zu sehen bekommt.
Da Eva und ich es gemütlicher haben wollten, um das Flair der südostasiatischen, teils modernen, teils historischen Weltstadt angemessen zu geniessen, mieteten wir ein etwas langsameres Boot, das uns über Fluss und Kanäle einen ersten Eindruck von Bangkok vermitteln sollte.
Der Fahrer des Bootes schlug uns eine eineinhalbstündige Fahrt vor, die an einer Anlegestelle namens Tha Chang enden sollte, in deren Nähe bedeutende Tempelanlagen liegen, womit wir nach kurzen Verhandlungen einverstanden waren, obwohl er an deren Ende für die Fahrt immer noch den für Bangkok stolzen Preis von 2000 Bath verlangte, was in etwa 38 Euro sind. Für Bangkok viel, für europäische Verhältnisse ein lächerlicher Preis, gemessen an der erbrachten Leistung.
Der milde Fahrtwind machte die Fahrt zum Genuss. Wir fuhren malerischen Flussufern mit grossen und kleineren Tempelanlagen und Holzhäusern auf Pfählen entlang, bogen in Seitenkanäle ein wo Marktfrauen ihre Ware in Booten feil hielten und wurden schliesslich an einer Anlegestelle abgesetzt und angewiesen, eine Anlage zu betreten, in der allerlei touristische Attraktionen dargeboten wurden.
Als Eva und ich uns weigerten diesen touristischen Unsinn zu konsumieren, wurde unser Bootsführer ein wenig ungehalten, was ihm aber nichts nützte. Wir gaben ihm deutlich zu verstehen, dass wir uns lieber noch etwas mehr von Bangkok ansehen wollten, was er schliesslich im Interesse einer reibungslosen Entlöhnung akzeptierte.
Als wir schliesslich an der Anlegestelle namens Tha Chang ankamen, waren wir ziemlich erledigt und entschieden uns, es für den ersten Tag genug sein zu lassen und die Tempel Wat Phra Kaeo und Wat Po an einem anderen Tag zu besuchen, obwohl wir sozusagen direkt daneben standen. Aber ihre Ausdehnung war so gewaltig, dass wir einsehen mussten, dafür nach einer durchwachten Nacht in der Batterieklasse eines Jumbos nicht mehr genügend Energie übrig zu haben.
Statt dessen wanderten wir gemächlich seiner Umfassungsmauer entlang und winkten irgendwann ein Tuk Tuk heran, das uns zurück zum Amari Atrium bringen sollte. Dafür vereinbarten wir einen Preis von umgerechnet etwa acht Euro, was wir gemessen an der unendlichen Strecke erstaunlich günstig fanden. Wir ahnten nicht, auf was wir uns damit einliessen.
Tuk Tuk’s sind kleine, offene, dreirädrige Motor-Rikschas, in welchen man den vielseitigen Bedrohungen des fürchterlichen Bangkok-Verkehrs ziemlich ungeschützt preisgegeben ist, was die Fahrt unbestritten zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.
Wir versuchten dem Fahrer verständlich zu machen, dass das Amari Atrium Richtung Flughafen lag, worauf er beipflichtend nickte und sein graziles Gefährt waghalsig in den brodelnden Verkehr lenkte.
Von da an fuhren wir endlose Hauptstrassen entlang, umkurvten halsbrecherisch jedes Hindernis, bogen irgendwo in enge dunkle Seitenstrassen ab, in der elektrische Leitungen, wie übrigens überall in Bangkok, in meterdicken Bündeln über der Strasse hingen, mündeten in andere endlose Hauptstrassen ein und fuhren, uns durch den dichten Verkehr schlängelnd, wieder bis zur nächsten Abzweigung, was sich in für uns zufälligen Abständen wiederholte, bis unser Fahrer schliesslich neben einer Taxe hielt und dessen Fahrer etwas fragte, danach sein Fahrzeug wendete und in der Gegenrichtung wieder zurück fuhr. Er hatte sich offensichtlich verfahren. Seine asiatische Höflichkeit oder seine Geschäftstüchtigkeit hatte ihm nicht zuzugeben erlaubt, dass er nicht wusste wo das Amari Atrium lag.
Eva und ich sahen uns betroffen an und ergaben uns in das Unabänderliche.
Immerhin, nach etwa eineinhalb Stunden sahen wir die Konturen des Amari Atrium über der mehrspurigen Strasse auftauchen, die wir nun erleichtert als New Petchburi Road erkannten.
Vor dem Hotel gaben wir dem Fahrer etwas mehr als wir ausgemacht hatten, worauf er mehrere Male seine Hände faltete und sich danach noch etwas halsbrecherischer in den brodelnden Verkehr seiner Stadt einordnete.
Eva und ich aber begaben uns nach einer wohltuenden Dusche ans Büffet und genossen all die kulinarischen Annehmlichkeiten eines guten Hotels. Danach legten wir uns todmüde ins Bett und schliefen recht bald ein und erwachten nach wenigen Stunden wieder, weil unsere inneren Uhren sich noch nicht umgestellt hatten und dem Körper den europäischen Morgen signalisierten.
Aber wir wollen dieses Thema damit abhaken, obwohl es noch einige Tage dauerte, bis sich unsere inneren Uhren der tatsächlichen Zeitzone angepasst hatten.
Es sein nur noch erwähnt, dass wir am nächsten Morgen ziemlich früh auf den Füssen waren, obwohl wir um diese Zeit paradoxer weise erst allmählich richtig müde wurden, weil es in Europa eben gerade später Abend war. Trotzdem machten wir uns nach einem reichhaltigen Frühstücksbüffet, auf dem es einfach alles gab, der rauschenden New Petchburi Road entlang auf den Weg zur Subway Station M8 und bestiegen dort, nun bereits in die Rituale des Ticketerwerbs eingeweiht, gar den richtigen Zug.
Auch stiegen wir bei der nächsten Station namens Sukhumvit, deren Kurzbezeichnung logischerweise M7 war, auf die richtige Bahn der Skyway Richtung Victoria Monument um, dann aber leider viel zu früh aus, weil wir nur die Hauptstationen auf der Karte gezählt hatten, da die dazwischen liegenden nicht eingetragen waren, wie uns ein Angestellter der Skyway ausserordentlich freundlich erklärte.
Selbstverständlich erreichten wir die Station Victoria Monument irgendwann trotzdem und nahmen dort den Bus zum Zoo, wo wir uns für einige Stunden in der tropischen Vegetation und im vergnügten Leben der einheimischen Besucher verloren.
Zwischendurch sassen wir in einem Restaurant am Rande eines kleinen Sees und beobachteten riesige Warane, die den See durchschwammen oder sich auf einer kleinen Insel sonnten.
Während sie die Sonne genossen, trieb diese uns zusammen mit der hohen Luftfeuchtigkeit den Schweiss aus allen Poren, sodass unsere Kleidung, egal wie luftig wir sie auch wählten, jeden Tag schon nach kurzer Zeit durchnässt war. Aber schwüle Hitze gehört zu tropischen Gegenden wie der Schnee aufs Jungfrau Joch und ist deshalb der besonderen Erwähnung nicht wert.
Später, als wir den Zoo wieder verlassen hatten, liefen wir auf der Ratchawithi Road einer unendlich grossen Parkanlage entlang, in der sich gemäss Stadtplan die Residenz der königlichen Familie befindet, die übrigens gerade den Verlust der Schwester des Königs beklagte, ein Ereignis, das in Form von übergrossen Porträts mit Trauerfloren in Bangkok omnipräsent war.
Eine wichtige Erfahrung brannte sich in diesen ersten Tagen in Bangkok unauslöschlich in unsere Gehirne ein, nämlich, dass die Wege in dieser Stadt in Wirklichkeit wesentlich weiter sind, als man sie auf Grund des kleinen Stadtplanes schätzt, was einerseits am Massstab des Stadtplanes und andererseits am tropischen Klima liegen mag. Jedenfalls führte dieses Phänomen auch an jenem Tag dazu, dass wir uns vor erreichen des eigentlichen Zieles Victoria Monument erschöpft in einen alten klapprigen Bus retten mussten, der ein paar Cent kostete, wofür dessen Besatzung und Passagiere immerhin ihre Freude an uns und wir an ihnen hatten.
Auf einem Platz beim Victoria Monument, das nebenbei erwähnt ein paar Soldaten in imposanter Pose darstellt und mitten in einem enorm grossen Strassenkreisel steht, war gerade Markt und wir schlenderten darin herum, assen geröstete Bananen und kauften günstige T-Shirts ohne jene Markenaufdrucke, die, neben anderen Produkten, für viele Menschen aus unseren Breitengraden so wichtig geworden sind, dass sie nicht mehr ohne diese leben können, obwohl sie sich diese oft gar nicht leisten können, weshalb sie in Bangkok zum gewinnbringenden Wirtschaftsfaktor geworden sind.
Abendessen gab es nach der Rückfahrt mit Sky- und Subway, die wir mittlerweile so virtuos wie die Einheimischen benutzten, in einem kleinen Restaurant namens „Casuarina Hut“ am Fusse des Amari Atrium an der New Petchburi Road. Chicken mit Casew Nuts und dazu ein Singha Bier, alles zusammen für ein paar Euro und damit erheblich günstiger als im Hotel-Restaurant, aber keineswegs schlechter, nur ein wenig einfacher halt und vor allem lauter, wegen des brodelnden Verkehrs, der auch in den Abendstunden nicht nennenswert nachliess.
Am dritten Tag in Bangkok wollten wir noch einmal zum Fluss fahren und mit einer der Fähren den Chao Phraya River hinauf zum Wat Phra Kaeo und zum Wat Po Tempel fahren. Es war eine herrliche Fahrt. Der Fahrtwind kühlte unsere Gesichter und hin und wieder erwischten wir einen Spritzer der Gischt des vom Bootrumpf verdrängten Wassers. An den Ufern zogen Tempel vorbei, die einen prächtigen Kontrast zu den modernen Wohntürmen bildeten, und diese wiederum einen paradoxen Widerspruch zu den zierlichen Holzhäusern auf Pfählen.
Hin und wieder brauste röhrend ein Longtailboat an uns vorbei oder wir überholten einen Konvoi unendlich langer Schubschiffe, die erstaunlicherweise nicht geschoben, sondern von einem lächerlich kleinen Schleppboot gezogen wurden.
Chao Phraya River. Fluss des Lebens, was eine rein persönliche Übersetzung in Unkenntnis der thailändischen Sprache ist. Ich habe mir sagen lassen, dass er etwa 400 Meter breit ist und sein Name in Wirklichkeit „Mutter des Wassers“ bedeutet.
Aber in Bangkok ist er der Fluss des Lebens.
Eva und ich waren sehr von ihm beeindruckt, so sehr, dass wir nach dem Besuch der prächtigen Tempelanlagen von Wat Phra Kaeo und Wat Po mit der Fähre aus der Stadt hinaus bis zum Pier 30 hinauf wo die Fähre wendete und dann wieder zurück fuhren.
Beim Pier 8 allerdings stiegen wir für einige Stunden aus, denn solange braucht es, die riesigen Anlagen des Wat Phra Kaeo Tempels mit seinen unzähligen Pagoden und Buddha Statuen und des Wat Po Tempels mit dem 46 Meter langen und 15 Meter hohen goldenen, liegenden Buddha oberflächlich zu besichtigen. Mehr liegt bei diesem Überschwang an Pracht nicht drin. Ehrlich gesagt waren wir von dieser überwältigenden Prachtdemonstration beinahe ein wenig erschlagen.
Eigentlich hätten wir nun gerne in einem der prächtigen Restaurants am Fluss zu Abend gegessen. Aber dazu war es noch zu früh und später landeten wir wiederum im Casuarina Hut an der New Petchburi Road unterhalb des Amari Atrium und waren froh nicht mehr all zu weit von einem Bett entfernt zu sein.
Unsere Körper straften uns für den Leichtsinn, die Strecke von Zürich nach Bangkok gegen den Lauf der Sonne in 11 Stunden zurück gelegt zu haben.
Dennoch hielten wir uns tapfer an die Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Am nächsten Morgen, dem Morgen des vierten Tages in Bangkok, stand nach leidlich durchschlafener Nacht Wat Saket, der goldene Berg über der Ratchadamnoen Avenue auf dem Programm, ein künstlicher Hügel mit einer 87 Meter hohen vergoldeten Pagode, von deren Dach aus wir einen herrlichen Ausblick über die Altstadt von Bangkok hatten.
Von dort aus sahen wir auch das Democracy Monument, das so abstrakt auf uns wirkte, dass wir es auf dem Weg zum Bahnhof besuchten, den wir seiner geschichtlichen Bedeutung wegen unbedingt noch sehen wollten.
Natürlich unterschätzten wir wieder einmal die Länge der Strecke zu unserem Ziel und mussten nach einer Erholungspause in einem Gartenrestaurant beim Democracy Monument ein Tuk Tuk zum Bahnhof nehmen, obwohl wir uns geschworen hatten, nur noch in geschlossenen Taxen zu fahren.
Aber da kam eben gerade ein Tuk Tuk gefahren und die sind doch so lustig.
Der Bahnhof war für mich ein wenig enttäuschend, nach den vielen Geschichten, die viele berühmte Schriftsteller über ihn geschrieben haben. Das bemerkenswerteste an ihm war eine Ausstellung über das Leben der Königsschwester und der königlichen Familie, aber deswegen waren wir natürlich nicht ausschliesslich den weiten Weg nach Bangkok und zum „Hua Lamphong“ gekommen.
Wir hätten uns noch viel ansehen können in Bangkok, wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, denn Bangkok bietet unendlich viel schönes und interessantes, das für uns Fremdlinge sehenswert ist, aber leider war dieser Tag unser letzter Tag in Bangkok gewesen. Am nächsten Tag mussten wir weiter. Unser Flug ging um acht Uhr früh. Dafür mussten wir um vier Uhr geweckt werden. Um diese Zeit gab es noch nicht einmal einen Kaffee im Amari Atrium. Wir hatten uns ausdrücklich erkundigt und nur ein bedauerndes Lächeln geerntet.
Der Tag fing nicht besonders gut an.
Danach versuchte der Taxi Driver am Flugplatz unsere Müdigkeit zu seinem Vorteil zu nutzen und den Fahrpreis ein wenig zu aufzustocken, indem er behauptete kein Wechselgeld zu haben, was mir eine morgendliche Wanderung durch den halben Flughafen bescherte, weil ich ihm neben dem Fahrpreis nicht auch noch den doppelten Fahrpreis als Trinkgeld geben wollte.
Beim Start schauten wir noch einmal auf die quirlige Grosstadt hinunter und dachten an die herrlichen, kulturellen Kleinodien die sie barg und an das erfrischend lebendige Treiben seiner Bewohner.
Trotzdem verliessen wir sie auch mit gemischten Gefühlen.
Peter Hufschmid, Roggenburg, Schweiz